Eine Gemeinde überrascht ihren Vorsteher

Vor 20 Jahren erhielt Priester Werner Knüpfer den Auftrag, als Gemeindevorsteher in der westsächsischen Kleinstadt zu dienen. Das war der Grund für viele "heimliche" Vorbereitungsaktivitäten.

Die geplante Überraschung war gelungen. Um davon zu berichten, schilderte der Vorsteher seine Eindrücke. Diese sind ungekürzt wiedergegeben und sagen vieles aus:

„Montag. Singstunde. Wie immer. Na, nicht ganz. Der Bischof hat angerufen, alles Gute zum Jubiläum gewünscht, danke gesagt …, ja 20 Jahre bin ich nun schon Vorsteher. Also auf zur Singstunde.

Die Parkplätze vor der Kirche sind belegt! Auch nicht wie immer. Viele bekannte Autos. Bin ich zu spät!? Nein. Ich bin beim Eintreten in die Kirche total überrascht: Alle Sänger, viele Geschwister empfangen mich mit einem extra getexteten Lied. An einer langen Wäscheleine sind mit Klammern Fotoblätter der vergangenen Jahre aufgehängt. Beeindruckend!

Nun muss ich aber erst einmal jeden einzelnen begrüßen und danke sagen. Unser Bezirksältester ist dabei. Später erfahre ich, dass alle schon 1 Stunde vorher da waren und alles vorbereitet haben. Die Flötengruppe erfreut uns, Klarinette und Saxophon sind zu hören und auch der Jugendchor. Die CM 124 „Lieber Vater, lehr mich danken“ muss ich dirigieren. Es geht noch, trotz Aufregung. Das Lied war mein letztes, was ich vor 20 Jahren dirigierte, bevor mich Bezirksapostel Nehrkorn zum Vorsteher beauftragte... Dann hält unser Bezirksältester Thomas Blank eine „Laudatio“. Und ich muss auch etwas sagen. Das Herz ist so voller Dankbarkeit. Es ist aufgetafelt: Süßes und Herzhaftes. Es gibt Sekt – und Blumen und eine besondere schwarze Krawatte. In so schöner geschwisterlicher Atmosphäre vergisst man die Zeit. Gespräche erfreuen uns. Die Bildergalerie wird gerne betrachtet. Beim Blick in die Vergangenheit kommt wieder Dankbarkeit dazu.

Die folgende Nacht kann ich kaum schlafen. Viele Einzelheiten werden mir erst richtig bewusst. In den Tagen danach bei Gesprächen und Besuchen merke ich: Alle haben's gewusst. Und keiner hat was verraten! Hier bin ich zu Hause. Hier fühle ich mich wohl.

Danke lieber Gott für diesen Einblick in unsere lebendige Gemeinde. Mit dir gehen wir getrost freudig vorwärts.“

w.k.